Vitamin B3 (Niacin)

Vitamin B3, auch Niacin genannt, ist ein lebenswichtiger Baustein des Energiestoffwechsels. Es wird im Körper in seine bioaktiven Formen Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid (NAD) und Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid-Phosphat (NADP) umgewandelt. Diese Coenzyme sind unverzichtbar für mehr als 400 enzymatische Reaktionen, insbesondere für die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen sowie für Reparaturvorgänge auf Zell- und DNA-Ebene.

Funktionen von Niacin im Körper:

  • Unterstützung des mitochondrialen Energiestoffwechsels
  • Zellschutz durch Beteiligung an antioxidativen Systemen
  • Förderung der Entgiftung in Leber und Nervensystem
  • Steuerung von Stress- und Entzündungsreaktionen
  • Beteiligung an der Neurotransmitter-Synthese (z.B. Serotonin aus Tryptophan)

Mangelerscheinungen:

Ein Niacin-Mangel kann schleichend verlaufen und zeigt sich unter anderem durch:

  • Körperlich: Müdigkeit, Muskelschwäche, Appetitverlust, Verdauungsbeschwerden (Durchfälle), Hautprobleme (rissige, gerötete Haut, besonders an Sonnen-exponierten Stellen).
  • Psychisch/Neurologisch: Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen bis hin zu Gedächtnisproblemen.
  • Bei ausgeprägtem Mangel: Entwicklung einer Pellagra mit dem Leitsymptom-Komplex „Dermatitis – Diarrhoe – Demenz“.

Verknüpfung mit anderen Mangelzuständen

Ein Niacin-Mangel tritt selten isoliert auf. Typische Begleitfaktoren sind:

  • Tryptophan-Mangel: Da Niacin teilweise aus Tryptophan gebildet wird, ist ein Aminosäuremangel oft ursächlich beteiligt.
  • Vitamin B2 und B6-Mangel: Diese Vitamine sind Cofaktoren in der Niacin-Synthese aus Tryptophan.
  • Zink-Mangel: Zink ist notwendig für NAD-abhängige Enzyme.
  • Leberfunktionsstörungen: Die Umwandlung und Speicherung von Niacin ist leberabhängig.
  • Chronischer Stress: NAD-Verbrauch steigt bei Dauerstress erheblich an, sodass ein Mehrbedarf entsteht.
  • Chronische Entzündungen und oxidativer Stress: führen zu einer verstärkten NAD-Verbrauchslage.

 Warum eine Messung im Serum sinnvoll ist

Mit dem Parameter Niacin (bioaktiv) im Serum lässt sich jetzt erstmals gezielt die Vitamin-B3-Versorgung beurteilen. Damit schließt sich eine diagnostische Lücke im Rahmen ganzheitlicher Laboranalysen: Energiedefizite, Erschöpfungszustände und neurovegetative Beschwerden können jetzt noch besser verstanden und therapiert werden.

Hinweise zur Untersuchung im Labor

Häufigkeit:                                                    zunächst 1 x pro Woche

Material:                                                        1ml Serum

Cave: Hämolytisches Serum (rötlich) kann für den Test nicht eingesetzt werden.
Die Probe muss innerhalb von 24 Std. nach Blutentnahme im Labor sein.

Datei zum Download:

Vitamin B3 (Niacin)